Als junger Mannarbeitete Gianluigi Aponte auf dem Golfo von Neapel als Seemann und gründete danach die Mediterranean Shipping Company, eines der führenden Logistikunternehmen weltweit.

Es gießt in Strömen draußen. norditalienischen Triest, trotzdem an jenem Novembermorgen des Jahres 2017 strahlt ein stolzer Opa durch die dichte Wolkenwand am Himmel entlang der Adria. Alle Blicke sind auf seine Enkelin Asya Aponte gerichtet. An dem Bauwerk bei Europeis grösstem Schifffahrtsunternehmen Fincantieri findet heute das Feierlichkeiten statt.

Offiziere, Manager Sogar der italienische Präsident Sergio Mattarella zog sich vor dem gigantischen Schauspiel zurück. Kreuzfahrtschiff Die Familie Aponte nimmt dies höchstpersönlich entgegen. Da Asia als Taufpatin des Ozeanriesens fungiert, platziert sie die Schere am blauen Band. Der Wind weht demTeenager sein dunkles Haar aus dem Gesicht. Anschließend schneidet sie den Zughaken durch – und im Nu rast eine Champagnerflasche hoch über der Menschenmenge genau auf denBug der beeindruckendenMSC Seaside zu.

Die angesehene Runde schlägt begeistert in die Händen, und Opa Gianluigi Aponte müsste zufrieden sein: Mediterranean Shipping Company (MSC) hat ihr weltweites Familienimperium mit einem weiteren Schiff erweitert, und der Nachwuchs wird schon vom Kleinkindalter an eingebunden.

Gianluigi Aponte hat MSC gegründet – die größte Reederei der Welt

Das YouTube-Video von der Taufe der MSC Seaside bietet einen außergewöhnlich seltenen Einblick in den 84 Jahre alten Patriarchen. Normalerweise vermeidet Aponte das Öffentlichkeit Interviews, Erklärungen oder sogar die neuesten Fotos von Aponte, dem Schweizere-Italiener, sind extrem selten. Er bleibt weiterhin ein Rätsel und wird zum großen Teil als Geheimnis gehalten.

Hierbei ist die MSC, dem der respektvolle Spitzname „der Kapitän“ zugesprochen wird und die von ihm vor mehr als fünfzig Jahren ins Leben gerufen wurde, eines der wichtigsten Akteure im Bereich des Frachtwesens.

https://www.youtube.com/watch?v=jakuCvfy6e8

Mit einem Mitarbeiterstab von 200.000 Personen transportiert die MSC nach ihren eigenen Aussagen ungefähr 27 Millionen Containern pro Jahr auf rund 900 Schiffen durch etwa 300 Routen. Dies macht sie zur global führenden Flotte bei der containerspurigen Schiffsverkehrsplanung. Fast niemand kann sich sicher sein, dass er oder sie nie etwas in Händen gehalten hat, was per Aponte-Schiffe übers Meer gebracht worden ist. Die Tochterunternehmen MSC Cruises zählt mit ihrem Bestand von 25 Schiffen zu den dreithäufigsten Dienstleister im Bereich der Ozeankreuzfahrten. Ein weiterer wichtiger Teil des Geschäftsmodells umfasst auch die Betreibung von Häfen.

Im Bloomberg Billionaires Index rangiert Aponte mit einem Vermögen von 25,1 Milliarden US-Dollar auf Platz 74 der reichsten Menschen weltweit. „Forbes“ schätzt sein Vermögen sogar auf 33,9 Milliarden US-Dollar, ebenso das seiner Frau Rafaela , die 50 Prozent der MSC besitzt. Damit sind sie gemeinsam reicher als der wohlhabendste Deutsche, Lidl-Eigentümer Dieter Schwarz. Ihm schreibt „ Forbes „41 Billionen Dollar betragen.“

Die MSC-Gruppe beherrscht erhebliche Anteile an der Frachtschiffahrtsbranche.

Als Besitzerinnen und Besitzer des MSC überwachen die Apontes einen Fünfzehntel des globalen Handels. Schifffahrt , verfasst das Schweizer Portal „ Swiss Info . Das Unternehmen ist nicht an irgendeiner Börse gelistet; sämtliche Aktien werden vom Clan gehalten. Sie teilen ihre finanziellen Ergebnisse und Bilanzangaben nur sehr selten mit. Basierend auf Schätzungen zitierte die Gazette aus Genf Tribune de Geneve Im Jahr 2022 betrug der Wert des Unternehmens MSC 100 Mrd. USD (91 Mrd. EUR), was nahe an einem halben Jahresumsatz von Microsoft heranreicht.

Die Schifffahrt war dem gebürtigen Italiener Aponte in die Wiege gelegt, nicht aber die Milliarden. Als er 1940 im Fischerörtchen Sorrent zur Welt kommt, blickt seine Familie bereits auf eine lange Bootsfahrt-Tradition am Golf von Neapel zurück. In Jugendjahren hilft Aponte als Matrose aus, macht später sein Kapitänspatent und steuert mitunter Fährfahrten zur Jetset-Insel Capri.

Eines Tages lernt er dabei die Schweizerin Rafaela Diamant kennen. Aponte hängt die Kapitänsmütze vorübergehend an den Nagel und zieht mit Rafaela nach Genf, wo er als Banker arbeitet. Doch er will zurück zur See. 1970 gewährt ihm ein französischer Geldgeber ein Darlehen von 200.000 Dollar – und Aponte kauft in Deutschland ein gebrauchtes Handelsschiff, die „Patricia“.

Das ist der Beginn des Aufstiegs von MSC, als sie noch ihren Hauptsitz in Brüssel hatte. Laut dem "Tribun de Genève" transportiert das Schiff "Patricia" beispielsweise Holz oder Cement zwischen Afrika und Europa. Bereits nach kurzer Zeit verfügt die MSC über ein Flottenbestand von 17 Frachtschiffen.

Seit den 1980er Jahren modernisiert Aponte seine Frachter zu Containerschiffen. Laut dem "Tribune de Genève" verfügte die MSC-Flotte über 100 Schiffe im Jahr 1998 und hatte sich bis 2011 auf mehr als 420 Containerschiffe vermehrt. Im Jahre 2015 ging das damalige größte Containerschiff der Welt, die MSC Oscar, in Dienst; sie wurde nach Apontes Enkel benannt – wie dies nun einmal der Brauch innerhalb des Weltsystems der Apontes ist.

Schon Ende der 1980er Jahre beginnt die MSC ihren Einzug ins Kreuzfahrtssegment mit dem Erwerb von älteren Passagierschiffen. 2003 erhält die Tochtergesellschaft MSC Cruises ihr erstes neues Bauwerk, den MSC Lirica. In einem sich stetig ausweitenden Markt etabliert sich die Gesellschaft weiter und verfügt nun über 23 Schiffe sowie zwei zusätzliche für ihre eigenständige Premium-Line namens Explora Journeys.

Die Familie klammert sich an die Macht fest.

Vor einiger Zeit haben Gianluigi und Rafaela Aponte damit begonnen, die Kontrolle über das Hauptsitz in Genf gemeinsam mit ihren Nachwuchs auszuüben. Wie das Fachmagazin bemerkt, „In der Familie von Gianluigi Aponte ist jeder Angehörige für eine bestimmte Aufgabe verantwortlich.“ Mare Obwohl Søren Toft zuvor Mitglied im Vorstand bei dem dänischen Wettbewerber Maersk war, übernahm sein Sohn Diego die Position des CEO im Jahr 2014 und wurde zum Präsidenten der Gruppe ernannt.

Nachdem er sein Studium im Bereich der Seeschifffahrtslogistik mit Fokus auf den Frachttransport absolviert hatte, begann er seine Laufbahn 1997 als Junioringenieur beim Personal der MSC-Schiffe. Später zog er nach Sorrent um und wechselte ins Schiffsbewirtschaftungsgeschäft, wo er innerhalb von MSC noch verschiedene Positionen sowohl in Genf wie auch in Latein- und Nordamerika einnahm. Letztendlich übernahm er ab dem Jahre 2000 die Aufgabe zur Gründung des Unternehmens Terminal Investment Limited (TIL).

Heute führt das Unternehmen nach eigenen Angaben Containerumschlagplätze von Singapur über Rotterdam bis hin zu den Häfen von Los Angeles und beschäftigt dabei 30.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2006 wurde Diego zum VP bei MSC befördert und löste seinen Vater später alsPräsident ab. Den Posten bei Til leitet nun seine Ehefrau, Elâ Aponte-Soyuer; sie sind mindestens dreierlei Kindes elterliche Hüter: Asya, Maya und Oscar.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist die Mediterranean Shipping Company ein Familienbetrieb. Die Familiehält ihr geschäftliches und persönliches Leben größtenteils vom Publikum getrennt. Selbst die Zahl ihrer Enkelkinder bleibt unbekannt. Hier präsentieren wir die Aponte-Familie, welche bereits vor Kamera trat.

Alexa, die Tochter des Unternehmens, hat die Verantwortung für die Finanzabteilung bei MSC. Genauso wie andere Mitglieder der Familie Aponte agiert sie selten in der Öffentlichkeit; ihre Präsenz online beschränkt sich daraufhin lediglich auf ein freundliches Lächeln auf einem Porträtbild und einige kurze Aussagen zum Unternehmensklima. Im Gegensatz dazu gibt es viel mehr Informationen über ihren Mann, den Manager Pierfrancesco Vago. Auch er stammt aus adligem Hause – sein Ahnherr war Teil einer florentinischen Logistikfirma, welche sich auf den Transport von Textilien spezialisiert hatte.

Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich Pierfrancesco mit dem Kreuzfahrtservice seines Schwiegervaters. Ab 2003 übernahm er deren Leitung und agierte hierfür zehn Jahre lang als Geschäftsführer. Derzeit hat er den Titel des Executives Chairmen inne und repräsentiert das Unternehmen beim Branchenverbands Clia. Ebenfalls sind sowohl Alexa als auch Pierfrancesco Eltern von mindstens zwei Kindern: Oliver und Zoe, ähnlich wie bei allen anderen Aponte-Nachkommen, wurden diese beiden nach Schiffen benannt.

Die familiären Bindungen innerhalb der Familie Aponte werden als enger betrachtet. Was das Erziehungsbereich angeht, gibt es bestimmte Übereinstimmungen. sagte Diego Aponte einmal: „Unsere Kinder tragen das Versprechen der Zukunft dieser Familie, und diese Schiffe das Versprechen des Schicksals von MSC.“

Großeltern, Kinder und Enkel bewohnen Villen am Genfer See. Wenn sie sich der Öffentlichkeit zeigen, dann um Hafenterminals oder Schiffe entgegenzunehmen – ansonsten bleiben sie im weiten Schatten der großen MSC.

Dieser Artikel ist vom 8. April 2025 datiert und wurde überarbeitet.

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